Bilder und Feedback Astronomietag 16.03.2013 in Riesa
Aktuelle Info vom 17. März 2013


Liebe Sternenfreunde,

der Astronomietag 2013 ist nun vorbei und es war ein voller Erfolg.

Am Samstag, dem 16.März 2013 rief die „VdS – Vereinigung der Sternenfreunde e.V.“ bereits zum 11. Mal zu Veranstaltungen des bundesweiten Astronomietages auf. An diesem Tag soll die Beobachtung des Sternenhimmels und die Wissenschaft um Sonne, Mond und Sterne in den öffentlichen Mittelpunkt rücken. Jeder sollte diesen Aktionstag nutzen, um einmal durch ein Teleskop zu blicken und sich von Sternenfreunden im gesamten Bundesgebiet verzaubern lassen.

Dazu war dieser kalte Wintersamstag einfach bestens geeignet. Bei exzellentem, sonnigen und klarem Wetter begann der Astronomietag pünktlich um 14 Uhr mit der ausgiebigen Beobachtung der Sonne, dem Mond und dem Aufbau aller Instrumente. Bereits seit 13 Uhr waren die Riesaer Sternenfreunde zahlreich vor Ort und bereiteten alles sorgfältig für die kommenden Stunden vor. Jeder brachte seine Teleskop, oder Ferngläser mit, einige kümmerten sich um den Aufbau einer wärmenden Grill- und Feuerstelle und von Beginn an waren neugierige Gäste mit vor Ort, um den ersten Blick durch eines der Teleskope zu ergattern. Die Sonne konnte mit zahlreichen Aktivitäten, wie Sonnenflecken, Fackeln, Flares und wunderschönen Protuberanzen beobachtet werden. Dazu werden ausschließlich sichere Energieschutzfiltersysteme zur Beobachtung verwendet. Die Sonne ist eine gefährliche Strahlungsquelle und das hellste Objekt im Sonnensystem. Einen Blick zur Sonne ohne geeigneten Schutzfilter zu wagen, kostet die Gesundheit des Auges! Bitte keine Selbstversuche!

Vor allem Familien und interessierte Bürger aus nah und fern nutzten die Chance, bei besten Beobachtungsbedingungen einen Blick bei der Sternenfreunden Riesa zu bekommen. Auch Fragen und Diskussionen rund um Astronomie und Raumfahrt waren in aller Munde. Selbst kleine Kinder waren begeistert an den Teleskopen vertreten und löcherten Eltern und Sternenfreunde gleichermaßen um die Geheimnisse des Himmels zu lüften. Als dann das Große Spiegelteleskop zusammengesetzt wurde, blickten alle neugierig auf den optischen Lichtgiganten. Mit satten 50 Zentimetern optischer Spiegelfläche und dank der Mobilität des Instrumentes, ist dies das „Größte öffentlich mobile Spiegelteleskop Sachsens“. Während andere Teleskop dieser Größe fest installiert vor allem für die Fotografie genutzt werden, ist dieses Teleskop einzig und allein für die visuelle Beobachtung mit der interessierten Öffentlichkeit angeschafft worden. Das Lichtsammelvermögen ist einfach sagenhaft, so dass bereits am Tage eine Fülle von Details z.B. beim Mond zu sehen sind. Und des Nachts gibt es kein Halten mehr bei den unwahrscheinlich beeindruckenden Bildern kosmischer und schwacher Objekte. Das was das Auge nicht sehen kann, wird durch dieses Teleskop sichtbar gemacht – hier wird astronomische Beobachtung für jeden wieder erlebbar!

Auch zahlreiche prominente Besucher waren im Laufe des gesamten Aktionstages zu Besuch. So kamen z.B. Ehrenmitglieder des Vereins vorbei, ein Professor aus Mexiko, Besuch eines polnischen Autors und Fotografen, ein bekannter Radiomoderator samt Familie, Vertreter der örtlichen Presse und langjährige Freunde des Vereins. Selbst Spaziergänger kamen neugierig vorbei und wollten unbedingt durch eines der Teleskope schauen. Mit über 50 Besuchern auf freiem Feld ist dies einfach eine gigantische Resonanz angesichts der Kälte und dem abgeschiedenen Beobachtungsplatz auf dem Segelflugplatz Canitz bei Riesa.

Mit Einbruch der Dunkelheit stieg die Spannung, denn der Stars des Abends wurde nach Sonnenuntergang aufgeregt am Westhorizont gesucht: der Komet „PANSTARRS“. Und nach gut 15 Minuten kam die Erfolgsmeldung „Da ist er! Ich hab ihn!“ und alle Instrumente richteten sich Synchron auf den Kometen. Etliche Gäste waren tief beeindruckt vom Anblick des Kometen, welcher einen hellen Kometenkern, eine ausgeprägte Koma und auch einen deutlichen Schweif zeigte. Mit bloßem Auge sehr schwierig zu finden, zeigte PANSTARRS im Teleskop beachtliche Details. Knapp 1 Stunde blieb nun, den Kometen zu verfolgen, denn dann bereits ging er wieder unter. Es wurden auch ein paar Fotos angefertigt und der Komet zeigte auf Bildern noch mehr seiner eigentlichen Schönheit. Die Gäste zeigten sich begeistert, denn auch wenn man schon einiges über Kometen und auch diesen Kometen gehört hatte, mit eigenen Augen haben bisher nur die wenigsten einen gesehen. Parallel dazu wurden die Teleskope aber auch auf den wundervollen Mond mit seinen kraterübersäten Ebenen, oder dem Gasriesen Jupiter mit seinen 4 großen Monden und den prächtigen Wolkenbändern gerichtet. Vor allem die Beobachtungschance am Riesendobson – Teleskop wollte sich keiner entgehen lassen. Die volle Leistung des 50cm – Teleskops wurde erst bei völliger Dunkelheit sichtbar, denn Objekte wie der Große Orionnebel M42, prächtige Kugelsternhaufen M13, die Andromedagalxie M31 oder auch weit entfernte Galaxien wie M51, M82 oder M66 präsentierten sich dem Beobachter in königlicher Brillanz.

Ein kleiner wärmender Feuerkorb ermöglichte immer wieder kleine Pausen und frisches Grillgut für die hungrigen Astronomiemägen. Gegen Mitternacht dann aber zog der Himmel immer weiter zu, so dass die Sternenfreunde nach gut 1/2 Tag Beobachtung in eisiger Kälte das Astrocamp wieder abbauten. Die letzten Gäste blieben noch bis zum Schluss und waren beeindruckt vom Astronomietag 2013 in Riesa.

Der Komet „PANSTARRS“ wird auch weiterhin am Abendhimmel zu sehen sein und die Sternenfreunde Riesa werden bei klarem Wetter jeden Abend ab spätestens 19 Uhr auf dem Flugplatz Canitz nach ihm Ausschau halten. Jeder, der mit auf die Jagd kommen möchte sollte sich ein eigenes Fernglas mitbringen. Ansonsten bietet sich am kommenden Samstag, dem 23.03.2013 eine nächste Chance mit den Teleskopen der Sternenfreunde zu beobachten, denn dann ist ab 20:30 Uhr weltweite „EARTH HOUR 2013“ – Licht aus für 60 Minuten! Diese Aktion wird seit Jahren durch das Team der Sternwarte Riesa unterstützt und auch dieses Jahr werden wir dazu auf dem Flugplatz Canitz eine Beobachtungsaktion starten. Ab 19 Uhr können Gäste mit dazu kommen und hoffentlich können wir wieder einen ausgiebigen Blick auf den Kometen werfen.

Die Sternenfreunde Riesa bedanken sich an dieser Stelle noch einmal bei den Sponsoren der „Sternwartenrettung“. Am Donnerstag, dem 14.März 2013 schaffte es der Verein der Sternwarte Riesa, die alte ZEISS Kuppel vom Dach einer alten Schule zu bergen und in Sicherheit vor dem Abriss zu bringen. Bei diesem komplizierten Planungs- und Organisationsaufwand halfen engagierte Unternehmer, Fördermitglieder, Bürger und Spender. Die Firmen „DFA Industriemontage“, „Ruckau und Wimmler“, „KFZ Meisterbetrieb Böhme“, Polizeirevier Riesa, „Freyler GmbH“, „Stahlbau H Montagen“ und Vereinsmitglieder unternahmen zusammen sämtliche Arbeitsleistungen. Unter fachkundiger Koordination des Ingenieurbüro Dr. Ing. Rolf Taupitz gelang die Rettung der Sternwartenkuppel. Nun steht diese zur weiteren Überarbeitung und Restaurierung sicher und trocken in der Halle der Freyler GmbH. DANKE an alle Unterstützer!

Allen eine schöne Woche und viel Glück bei der Kometenjagd!

Stefan Schwager / Leiter Sternwarte Riesa

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