Erinnerung an die Raumfahrtkatastrophen der Januare 1967, 1986 und 2003
Aktuelle Info vom 28. Januar 2013


Liebe Sternenfreunde,

Doch es gibt derzeit einige traurige Termine für uns, an welche wir hiermit erinnern möchten und müssen. Heute vor genau 27 Jahren ereignete sich eine der bis dahin größten Katastrophen in der bemannten Raumfahrt, denn das Space Shuttle „Challanger“ explodierte nur 73 Sekunden nach dem Start auf Grund eines technischen Defektes an einem der SRB`s, den Feststoffraketen. Um genau 11:38 Uhr EST, also am späten Nachmittag Deutscher Zeit, nahm die Katastrophe ihren Lauf. Dabei verloren alle 7 Astronauten ihr Leben und bis auf Trümmerteile blieb nichts vom Space Shuttle übrig. Die Mission STS-51L trägt somit einen traurigen Teil in der Geschichte. Mehr dazu auf der Seite der NASA unter http://www.nasa.gov/mission_pages/shuttle/shuttlemissions/archives/sts-51L.html.

Doch es war nicht die erste und auch leider nicht die letzte Katastrophe der Raumfahrt, in welcher auch Menschen zu Schaden kamen. Diese Jahreszeit hat noch 2 weitere schwere Unglücksfälle der Raumfahrt im Register. Am 27.Januar 1967 verloren 3 US Astronauten des Mondprogramms ihr Leben, als es zu einem folgenschweren Brand in der Apollo 1 Kapsel kam. Ein tragischer Fall, welcher fast das gesamte Mondprogramm gefährdet hatte. Auch hier mehr zu der Mission: http://www.nasa.gov/mission_pages/apollo/missions/apollo1.html

Am kommenden Freitag, dem 1.Februar dann jährt sich eine der letzten großen Katastrophen, welche ebenso das Ende der Space Shuttle Ära im Jahre 2011 begründeten. An diesem Tag im Jahre 2003 sollte das Space Shuttle „Columbia“ nach einer Rekordmission STS-107 von 16 Tagen im KSC landen, doch ein schwerer Schaden am Hitzeschild führte zum Absturz und dem vollständigen Verlust von Crew und Shuttle. Wie gebannt saßen weltweit und auch bei uns in Riesa die Menschen vor dem Fernseher und sahen die unfassbaren Bilder vom Absturz. Um 9 Uhr EST also am frühen Nachmittag kam es zum Unglück und eine eigentlich erfolgreiche Mission endete völlig unerwartet und tragisch. Diese Katastrophe miterleben zu müssen und sich immer wieder bewusst zu werden, wie gefährlich Raumfahrt doch ist, denn das vergessen viele immer und immer wieder. Selbst heute im Jahre 2013 ist Raumfahrt keinesfalls Routine, oder einfach, oder normal. Viele der heut lebenden Menschen halten gar nichts davon, wissen nicht einmal, wie wertvoll und wichtig diese Forschung für uns alle ist und wieviel von all diesen Dingen tagtäglich zu uns ins irdische Leben zurückkommen und uns den Komfort ermöglichen, den wir alle für so selbstverständlich halten. http://www.nasa.gov/mission_pages/shuttle/shuttlemissions/archives/sts-107.html

An traurigen Jahrestagen solcher Katastrophen, sollten wir alle zusammenrücken und den mutigen Astronauten, deren Familien und Nationen unsere Trauer zollen, für die Raumfahrt der Menschheit so hohe Opfer zu beklagen haben. Raumfahrt und die Erforschung des Weltalls ist eine Pionierleistung, welche unseren Respekt verdient, gefördert werden muss und absolut notwendig ist. Es ist die Speerspitze der menschlichen Technologie, welche keine Fehler oder Einsparungen verzeiht. In ihr liegen die Hoffnungen, Träume und der Fortschritt unserer Menschheit.

Am Freitag, dem 1.Februar 2013 trifft sich der Sternwarte Riesa e.V. zur monatlichen Teamrunde und am Samstag, dem 2.2.2013 zur Jahreshauptversammlung des Vereins „Sternwarte Riesa e.V.“ in der Gaststätte „Rosengarten“ in Grödel. Aus gegebenen historischen Anlass wird es für all diese Katastrophen jeweils eine Schweigeminute zu Ehren dieser Helden geben. Wir alle waren am 1.2.2003 geschockt von der Katatrophe, haben mittlerweile viele Astronauten und Kosmonauten persönlich getroffen und auch das Space Shuttle und weitere Raketen live vor Ort abheben sehen. Wir waren und sind tief beeindruckt von jeder dieser Begegnung und haben oft in eigenen Ausstellungen der Sternwarte, Gesprächen und Vorträgen über diese Begegnungen erzählt. Ein Riesaer Bild der Internationalen Raumstation ISS flog über 122 Millionen Kilometer mit auf der Station um die Erde, ein Deutscher Astronaut der „Challanger“, Prof.Dr. Ernst Messerschmid besuchte uns im Februar 2010 und berichtete in der Kinderuni über die Risiken und Notwendigkeit bemannter Raumfahrt. Er selbst flog nur wenige Monate vor dem Unfall im Jahre 1985 mit dem Shuttle zur D1 Mission und kannte alle Kollegen. Noch heute ein bewegender Moment für uns und Riesa, dass uns der 3.Deutsche im All besuchen war. Der Name des Riesaer Vereins ist derzeit gespeichert auf einem MicroChip am „Curiosity – Rover“ mit dem „MSL – Mars Science Labratory“ auf dem Mars unterwegs. Wir sind ein Verein, welcher sich die Raumfahrt auf die Fahnen geschrieben hat und diese eng mit der Naturwissenschaft Astronomie in der Öffentlichkeit am Leben hält. So auch in diesen Tagen, wenn wir diesen Katastrophen geedenken und für die Zukunft hoffen, dass sich derartige nicht wiederholen. Doch Raumfahrt wird immer gefährlich sein und macht dem Menschen immer wieder bewusst, wie tödlich und gefährlich es außerhalb unserer geschützten Heimat, der Erde, zugeht. Raumfahrt zeigt uns auch, dass wir unseren Planeten bewahren müssen und nur diese eine Welt haben, um zu überleben.

Gedenken Sie auch am 1.Februar 2013 gegen 15 Uhr den Astronauten der Columbia, Apollo, Challenger und Soyuz, welche ihr Leben gaben, um die Menschheit voranzubringen.

Stefan Schwager
Leiter Sternwarte Riesa



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