Helles Flugobjekt am Heiligabend?
Aktuelle Info vom 27. Dezember 2011


Am 24. Dezember 2011 sichteten gegen 17:30 Uhr verschiedene Personen aus Deutschland scheinbar eine recht helle Lichterscheinung mit einem langen Schweif, dessen Bewegung sich von Westen nach Osten vollzog. Doch was genau war es? Mittlerweile gibt es ein Video in Youtube[1] zu sehen, welches Phänomen mit guter Schärfe erfasst wurde.

Komet:

Diese sind Schmutzbälle, welche hauptsächlich aus Staub und Gas bestehen und in der Nähe der Sonne verdampfen. Dabei können sie einen langen Schweif entwickeln. Die Flugbahn der Vagabunden lässt sich recht genau im Voraus berechnen und somit eine Beobachtung planen. In jeder Bahn hinterlässt der Komet immer eine Staubspur in Form von kleinen Körnern, welche die Erde auch treffen kann. Meist kommt es dabei zu bestimmten Zeiten zu einer erhöhten Sternschnuppenaktivität.

Der aktuelle Komet, der einen atemberaubenden Blick liefert, ist C/2011 W3 „Lovejoy“. Dieser ist in den nächsten Wochen nur auf der Südhalbkugel oder von der Internationalen Raumstation ISS aus zu beobachten. [2,3]

Sternschnuppen / Feuerkugel:

Zu bestimmten Zeiten im Jahr lassen sich in den Nächten eine erhöhte Anzahl von Sternschnuppen beobachten. Meistens sind schnelle und kurzleuchtende Spuren am Himmel zu sehen, die nur für wenige Sekunden zu sehen sind.

Die Aktivität der „Geminiden“ fand in der Zeit zwischen dem 07. und 17. Dezember statt, deren Maximum bereits am 14. Dezember lag. Zwar gibt es auch die Ursiden (Radiant befindet sich in Ursa Minor = Kleiner Wagen), dessen Maximum bereits am 22. Dezember statt fand. Dieser Strom ist relativ unauffällig, und deren Bahnenverlauf der Sternschnuppen Ursiden passt nicht zur spektakulären Sichtung. Zur Weihnachtszeit sind also jetzt keine hellen Sternschnuppenströme bekannt.[4]

Es ist durchaus möglich, dass es auch eine äußerst helle und zufällige Sternschnuppe gibt, die während des Eintritts in die Atmosphäre in einzelne Fragmente auseinander brechen. In diesem Fall spricht man von einem Boliden. Einige hinterlassen sogar eine Rauchspur, wie es die Sternwarte Riesa einmal während einer Sternschnuppenbeobachtung erlebt hatte. (Siehe 2. Foto im Anhang) Normale Sternschnuppen verglühen dagegen aufgrund der Reibung vollständig.

Weltraumschrott:

Mittlerweile geht die DLR und ESA von Weltraumschrott aus. Dieser könnte einer Oberstufe der Sojus-Rakete zugeordnet werden. Am 21. Dezember 2011 startete eine Sojus TMA-03M und brachte die Astronauten André Kuipers, Oleg Kononenko und Don Pettit sicher zu Internationalen Raumstation ISS.[5] Schaut man sich das Video[1] genau an, sieht man deutlich astronomische Objekte wie Jupiter (mit in der Nähe sind die Sterne vom Sternbild Widder), die Plejaden und Aldebaran. Die Bahn ist am Himmel also eine „Ost nach West“ – Bewegung, ähnlich wie bei den Überflügen der Internationalen Raumstation ISS. Meist verglühen kleine Weltraumschrottteilchen vollständig in der Atmosphäre und erreichen nicht den Erdboden.

Sternenfreundliche Grüße

Sternwarte Riesa

[1] Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=QRY8hW2ya7E

[2] Karen C. Fox: Science Nugget: Using Many Instruments to Track a Comet. Stand 19.11.2011. http://www.nasa.gov/mission_pages/sunearth/news/track-comet.html (letzter Abruf am 26.12.11)

[3] NASA: Image of the Day Gallery. Station Commander Captures Unprecedented View of Comet. Stand
http://www.nasa.gov/multimedia/imagegallery/image_feature_2137.html (letzter Abruf am 26.12.11)

[4] Hans-Ulrich Keller: Kosmos Himmelsjahr 2011. Franck-Kosmos Verlags-GmbH & Co.Kg, Stuttgart, 2010.

[5] ESA Media Relations Office: ESA-Astronaut Kuipers auf dem Weg zur ISS. Stand 21.12.2011. http://www.esa.int/esaCP/SEMK0GBX9WG_Germany_0.html (letzter Abruf am 26.12.11)

[6] Deutsche Luft- und Raumfahrt: www.dlr.de (letzter Abruf am 26.12.11)



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