HIGHLIGHTS im Sommer – Nicht verpassen
Aktuelle Info vom 15. Juli 2018


Liebe Sternenfreunde,

 der Sommer 2018 hält ein paar besondere astronomische Highlights für uns bereit:

20. – 22. Juli 2018 „13. STT – Sächsisches Teleskoptreffen“ im Lindenhof Peritz

27. Juli 2018 „Totale Mondfinsternis am Abendhimmel“

-> Beobachtungen ab 20:30 Uhr am Segelflugplatz Canitz und Volkssternwarte Riesa

Planet Mars in extremer Näher zur Erde “ Rekordopposition seit 2003″

Beobachtungstermine Segelflugplatz Canitz 27. / 28. / 29. Juli und 03. August jeweils ab 21 Uhr

Einladung zum „13. STT“ am Wochenende des 20. – 22. Juli 2018 im Lindenhof Peritz

An diesem Wochenende versammeln sich Teleskopbesitzer, Sternwartenvereine und Hobbyastronomen aus ganz Deutschland im gemütlichen Landgasthof zu Peritz. Täglich wird auf dem weiträumigen Gelände am Tage und in der Nacht beobachtet, gefachsimpelt und gezeltet. Das Teleskoptreffen, welches die Riesaer Sternenfreunde seit STT – Gründung im Jahre 2006 jährlich veranstalten, ist längst ein fester Termin in den Kalendern vieler Hobbyastronomen.  Grundsätzlich ist es ein Treffen zum regelmäßigen Erfahrungsaustausch von Teleskopbesitzern und Beobachtern. Doch auch die interessierte Bevölkerung ist herzlich eingeladen. Dem Besucher bietet sich die seltene Gelegenheit die Vielfalt der Sternenfreunde und ihrer Technik und Interessen zu bestaunen. Hier geht es nicht um das beste, größte oder teuerste Teleskop, sondern um die Gemeinschaft und die facettenreichen Möglichkeiten dieses Hobbys. Die Teilnehmer können auf dem Gelände zelten, mit Caravan andocken oder auch in den gemütlichen Zimmern von Hotel und Pension übernachten. Es wird interessante Vorträge geben und wann immer es das Wetter zulassen wird, wird natürlich mit den Teleskopen beobachtet. Eine Besonderheit seit Jahren ist ein Teilnehmer  aus Schleswig Holstein, welcher extra für das „STT“ mit seinem gigantischen 75cm Spiegelteleskop anreisen wird. Wenn man einen Blick durch diese Optik erlangen will, so muss man zuerst eine hohe Leiter erklimmen, um am Okular anzukommen. Aber die Mühe lohnt, denn hier bietet sich dem Beobachter ein Anblick kosmischer Objekte, welcher sonst nur mit Fotografien möglich ist. Ein Besuch lohnt sich. Eintritt kostet 5 € exklusive Übernachtung.

Empfehlung:    27. Juli 2018 JAHRESHIGHLIGHT am Himmel                     „Totale Mondfinsternis in Marsnähe“

Nachdem es 2017 lediglich eine kleine partielle Mondfinsternis gab, folgt nun nach 2015 endlich mal wieder eine seltene totale Mondfinsternis am Himmel. Eine Mondfinsternis entsteht, wenn sich der Mond als Vollmond in den Schattenkegel der Erde bewegt und dadurch vom Sonnenlicht abgeschnitten wird. Dabei wird in eine Halbschatten- und einer Kernschattenfinsternis unterschieden. Die Mondfinsternis vom 27./28. Juli wird um 19:13 Uhr MESZ beginnen, wenn der Mond noch unter dem Horizont steht. Gegen ca. 21 Uhr (20:51 Uhr MESZ in Riesa) geht der Vollmond in Deutschland auf und zu dieser Zeit wird der Mond bereits zur Hälfte im Kernschatten verschwunden sein. Mit Fortgang des Mondaufganges nimmt die Finsternis ihren weiteren Verlauf und um 21:30 Uhr MESZ setzt die totale Phase ein. Mit einer Totalitätsdauer von 104 Minuten ist es eine der längsten Totalen Mondfinsternisse des 21. Jahrhunderts. Von 23:14 – 00:19 Uhr tritt der Mond wieder aus dem Kernschatten aus und damit endet die sichtbare Phase der Finsternis für den Beobachter. Doch die Halbschattenfinsternis des Mondes dauert noch bis 01:30 Uhr MESZ und kann vor allem fotografisch sehr gut verfolgt werden.

Dieses Naturschauspiel gehört zu den geheimnisvollsten und seltensten Himmelsschauspielen, welches die Menschen blicken seit Jahrtausenden fasziniert. Aus diesem Anlass öffnet die Volkssternwarte Riesa an diesem Abend an 2 Beobachtungsorten ihre Pforten. Ab 20:30 Uhr kann man sich auf dem Gelände der Volkssternwarte (Greizer Straße 2) oder auch auf dem Segelflugplatz in Canitz zur gemeinsamen Beobachtung einfinden. Wer möchte kann gern sein Fernglas, sein eigenes Teleskop und seine Kameras mitbringen. Wir bitten aber um Verständnis, wenn die Sternenfreunde selbst auch Fotoarbeiten an ihren Teleskopen anfertigen und es somit nicht durchweg möglich sein wird, durch diese Teleskope zu schauen. Aber es werden genügend Alternativen vor Ort sein und jeder Gast bekommt sicherlich seinen Blick zur „MOFI“. Die nächste „totale MoFi“ findet am 21. Januar 2019 statt.

Diese Mondfinsternis ist beobachtungstechnisch sehr ideal für die interessierte Bevölkerung, denn zum einen haben die Kinder in den Sommerferien die Chance etwas länger aufbleiben zu dürfen, zum anderen ist es ein Freitagabend und mit Sonnenuntergang beginnt das Naturschauspiel. Man muss also nicht mitten in der Nacht aufstehen, sondern kann direkt die milden Abendstunden für diese Beobachtung nutzen. Beobachter sollten auf eine freie Sicht in Richtung Südosthorizont achten, denn in dieser Himmelsrichtung wird die „MOFI“ aufgehen. NICHT VERPASSEN!

Roter Planet Mars in Rekordnähe zur Erde – EXTRA Beobachtungen im Juli und August 2018

Unser Nachbarplanet Mars ist von der Sonne aus gesehen der 4. Planet im Sonnensystem. Mars ist mit seinen 6781 km Durchmesser nur halb so groß wie unsere Erde, aber als Gesteinsplanet mit dünner Atmosphäre dieser nicht sehr unähnlich. Mars fasziniert die Menschheit seit Jahrtausenden, denn sein orangeroter Anblick am Nachthimmel bescherte ihm seinen Namen und Bezug zu Krieg und Unheil auf der Welt. Für die Raumfahrt ist Mars ein recht nahes und erreichbares Ziel der näheren Zukunft, auf dem die Menschheit einmal reisen könnte. Für die Astromnomen ist Mars ein faszinierendes aber auch sehr kleines Beobachtungsobjekt, es sei denn er befindet sich in sog. Opposition zur Sonne, denn dann steht er der Erde besonders nahe und kann mit zahlreichen Oberflächendetails beobachtet werden. Mars benötigt für einen Sonnenumlauf 687 Tage (Erde 365 Tage) und ist 228 Millionen Kilometer (Erde 149 Mio. km) von der Sonne entfernt. Somit ergibt sich aller 780 Tage von der Erde aus die Chance, Mars in Erdnähe zu beobachten. Aber nicht jede Erdnähe ist gleich, denn aufgrund der ungleichen und bei Mars sehr stark elliptischen Bahnen um die Sonne schwanken die Minimalabstände beider Planeten zwischen 101 – 55 Millionen km. Die kleinstmögliche Distanz beider Planeten beträgt 55,65 Millionen Kilometer und wird am 28. August im Jahre 2287 mit 55,69 Mio. km FAST erreicht werden. Im Schnitt kann man den Mars alle 15 Jahre in einer stattlichen Nähe betrachten und das ist entscheidend, wenn man z.B. mit Teleskopen Details auf dem Planeten sehen möchte. Interessant bei Mars sind z.B. die Eiskappen an den Polen, helle und dunkle Gebiete, sowie zahlreiche Farbschattierungen auf der Oberfläche. Früher dachte man beim Anblick dieser Details, dass der Mars bewohnt wäre und man sprach von „Marskanälen“ welche als Anzeichen einer höheren Zivilisation gedeutet worden. Doch spätestens als die erste Raumsonde „Mariner 4“ im Juli 1965 am Mars vorbeiflog und erste Bilder aus der Nähe zeigte, war klar, dass der Mars keinerlei Besiedlung oder Leben zeigt.

Die letzte Rekordnähe des Mars war am 28. August 2003 und mit 55,8 Millionen km war es eine Jahrtausendopposition, welche tausende Besucher, auch in Riesa, an die Teleskope lockte. Verpassen Sie diese Chance nicht und kommen Sie zu einer Beobachtung am 27./ 28. oder 29. Juli sowie am 3. und 4. August 2018 jeweils ab 21 Uhr. Die Sternenfreunde Riesa verlagern ihre Beobachtungen dafür auf den Segelflugplatz Canitz, weil es von der Volkssternwarte Riesa aus keine hinreichende Südhimmelssicht gibt, um den Mars rechtzeitig für die Beobachtung einfangen zu können.

Wir wünschen allen Kindern noch eine schöne Ferienzeit und allen noch einen schönen Sommer 2018.

 


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