Informationen zur Beobachtung der Sternbedeckung am Freitag den 23.02.2018
Aktuelle Info vom 22. Februar 2018


Liebe Sternenfreunde,

morgen ist es soweit und am frühen Abend wird es die seltene Gelegenheit geben, eine Sternbedeckung durch den Mond von Deutschland aus Beobachten zu können. Aus diesem Anlass  wird die Volkssternwarte Riesa in der Zeit von 17 – 19 Uhr ihre Kuppeltore für die Besucher öffnen.

Was wird man abends am Himmel über Riesa beobachten können?

Derzeit haben wir einen zunehmenden Mond am Himmel, welchen man vor allem in den Nachmittags- und Abendstunden beobachten kann. Sobald die Sonne im Südwesthimmel untergeht kann man den Mond bereits in der Dämmerung beobachten. Am Abend des 23. Februar 2018 sollte man den Halbmond ab 17 Uhr im Südsüdosthimmel aufsuchen und mit einem Teleskop oder Fernglas mit leichter Vergrößerung auf ihn blicken.  In der Nähe des Mondes sollte man links vom Mond den hellen Stern „Aldebaran“ im Blickfeld erkennen. Dies allein das ist schon spektakulär genug, denn einen Stern am blauen Himmel erblicken zu können gelingt sonst nur, wenn man genaue Kenntnis der exakten Position kennt. Der Mond steht aber nicht „fest“ am Himmel, sondern bewegt sich auf seiner scheinbaren Bahn am Himmel langsam ostwärts am Himmel entlang und nähert sich dem Stern weiterhin an. Innerhalb einer Stunde legt der Mond am Himmel eine Strecke seines eigenen scheinbaren Durchmessers zurück, so dass er um 17:55 Uhr den Stern „Aldebaran“ plötzlich verschwinden lässt. Das Spektakuläre wird sein, dass „Aldebaran“ wie von Geisterhand einfach verschwinden wird, da sich die unbeleuchtete halbe Seite des Mondes vor den Stern schieben wird, welche bei Tageshelligkeit nicht sichtbar ist. Zu selben Zeitpunkt wird die Sonne im Südwesthimmel untergehen und eine herrliche Abendstimmung wird diese Sternbedeckung abrunden.

Wann ist „Aldebaran“ wieder „frei“?

Die Sternbedeckung dauert eine Stunde (Erinnerung: Der Mond legt innerhalb einer Stunde seinen eigenen scheinbaren Durchmesser am Himmel zurück!) so dass um 18:55 Uhr der „Aldebaran“ wieder hinter dem Mond hervorkommt. Dieses Mal kommt er  aber an der hell beleuchteten Halbmondseite zum Vorschein und vor allem im Teleskop sollte dies ein toller Anblick sein, einen hellen Stern nahe der Mondoberfläche erblicken zu können. Immerhin wird der Stern „Aldebaran“ in den kommenden 15 Jahren nicht mehr vom Mond bedeckt werden, so dass es eine seltene und erst einmal letzte Chance ist. Im Laufe der Nacht wird man dann verfolgen können, wie sich der Halbmond immer weiter von dem Stern entfernt, so dass ein gelegentlicher Blick zu Himmel lohnen kann, um Zeuge der sonst unauffälligen Himmelsdynamik zu werden. Der Mond geht erst nach Mitternacht unter und somit bietet sich dafür ein hervorragendes Beobachtungsfenster.

Kann der Mond auch einmal Planeten am Himmel bedecken?

Sehr viel seltener ist eine sog. Planetenbedeckung durch den Mond zu beobachten, denn dazu muss es zu exakten Überlagerungen der Himmelskoordinaten beider Objekte kommen. Man muss nur einmal bedenken, dass der Mond einmal im Monat den gesamten Himmel umrundet und dabei nur sehr selten die Sonne bedeckt (=Sonnenfinsternis), obwohl die Sonne mit dem Mond zusammen die größte Fläche am Himmel einnimmt und die Wahrscheinlich damit rein rechnerisch viel höher liegt.

Planeten und Sterne sind im Vergleich dazu nur Punkte am Himmel. Planeten haben zudem ihre eigenen Umlaufbahnen um die Sonne und diese sind abweichend zur Mond- oder Erdumlaufbahn. Damit sind Begegnungen am Himmel sehr unwahrscheinlich und sogar vom Standort auf der Erde sehr stark abhängig. Aber wenn es zu einer Planetenbedeckung kommt, dann bieten sich noch eindrucksvollere Perspektiven am Himmel. Als Beispiel in Bildern einmal eine Venusbedeckung am Tageshimmel von 2007, oder die Jupiterbedeckung von 2012.

© Volkssternwarte Riesa / Stefan Schwager

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