Komet Lovejoy zeigt seine Show am Himmel – Termin am 24.1. ab 19 Uhr
Aktuelle Info vom 20. Januar 2015


Liebe Sternenfreunde und Kometenjäger,

das vergangene Wochenende bot gute Chancen für die Beobachtung des Kometen C/2014 Q2 „Lovejoy“. Der geduldige Beobachter wurde trotz kleiner Wolkenfelder mit kostbaren Kometenminuten belohnt. Die Sternenfreunde Riesa laden am Samstag, dem 24.01.2015 ab 19 Uhr aus gegebenem Anlass kurzfristig zu einer Kometen – Beobachtung auf dem Flugplatz Canitz ein. Hoffen wir auf gutes Wetter! Nutzen Sie diese Chance, einen echten Kometen am Himmel zu beobachten. Warm anziehen, Geduld mitbringen und gerne auch eigene Ferngläser und Teleskop mitbringen. Die Beobachtung ist kostenlos und jeder ist willkommen!

Was kann man vom Kometen sehen und warum sehen Fotos anders aus?

Der versierte Naturfreund erkannte am Wochenende in der Nähe des offenen Sternhaufens M45, den „Plejaden“ im Sternbild Stier, einen kleiner Nebelfleck, welcher in keiner Sternkarte verzeichnet ist. Für den Laien auf den 1. Blick nur schwer erkennbar, denn Kometen sind meist unauffällige Objekte und man benötigt Ferngläser oder Teleskope. Achtung: Fotografien zeigen oft mehr, als man überhaupt sehen könnte. Dies liegt an der Empfindlichkeit der Kamerasensoren, bzw. dem Fotomaterial, welches dem menschlichen Auge weit überlegen ist. Durch Fotografie werden Details und vor allem Farben sichtbar, welche unsichtbar für das normale Auge bleiben. Die Bilder liefern vor allem beeindruckende Details, welche Kometen als fantastische Schweifsterne zeigen und zahlreiche wissenschaftliche Rückschlüsse, wie Zusammensetzung und Herkunft zulassen. In Fotoserien kann man sogar erkennen, wie sich der Komet binnen weniger Minuten, Stunden oder Tagen am Himmel entlang bewegt. Vergleicht man die Aufnahmen in Bezug auf die Hintergrund- und Umgebungssterne, bemerkt man schnell, dass der Komet seine Position ändert. Im Teleskop sieht man solche Bewegungen binnen weniger Minuten. In der Auswertung der Bilder lassen sich sogar Bahn und Geschwindigkeit des Kometen bestimmen. Man darf nicht vergessen, dass die Bilder derzeit aus einer Distanz von mehr als 80 Mio. km entstehen, dennoch ist er so prachtvoll zu sehen.

Was sind Kometen überhaupt? Und warum gibt es diese Schweifsterne?

Kometen sind kleine Körper am Rande des Sonnensystems, welche noch aus der Zeit der Entstehung stammen. Sie tragen noch Urmaterialien in sich, was sie für die Wissenschaft so interessant macht und weswegen wir u.a. Raumsonden zur Erforschung zu Kometen schicken. Gelangen Kometen durch die Anziehungskraft der Sonne ins Innere des Systems, dann bewegen sie sich auf weitläufigen, elliptischen und recht unterschiedlichen Bahnen um das Zentrum des Planetensystems. Kometen sind bis zu einigen Kilometern groß, aber dennoch recht klein, weswegen wir die meisten kaum sehen können. Sie bestehen aus Gestein und gefrorenem Gas. Nähern sie sich der Sonne erhöht sich die Oberflächentemperatur und es kommt zu heftigen Ausbrüchen und Ausgasungen. Eine Gasschicht, die sog. Koma, bildet sich um den Kern und diese lässt den Kometen für uns sichtbar werden. Die Koma strahlt mehr Sonnenlicht zurück, als der Komet und somit wird dieser heller. In Sonnennähe wächst die Koma und wird teilweise durch den Sonnenwind vom Kometen weggeblasen: der Kometenschweif!  „Lovejoy“ hat einen deutlichen Schweif entwickelt und bei guten Bedingungen ist dieser im Fernglas erkennbar. Der Kometenkern selbst ist zu klein, zu weit weg und bleibt unsichtbar. Das helle Zentrum in Bildern ist der hellste Koma – Bereich um den Kern.

Ein besonderer Anblick bot sich am 18.01., als der Komet nahe beim offenen Sternhaufen M45, den „Plejaden“ stand. Etwas östlich der „Plejaden“ stehen die sog. „Hyaden“, ein älterer offener Sternhaufen und in der Mythologie der Kopf des Stieres mit dem hellen, rötlich- orangenem Stern Aldebaran. Wie es auf dem Bild zu sehen ist, steht der Schweifstern direkt neben diesen beiden Sternhaufen und es bietet sich ein besonders reizvoller Moment am Himmel.  Sind wir nun gespannt, wie sich der Komet weiter entwickelt und man muss sagen, es ist seit Jahren einer der wenigen Kometen, welche mit bloßem Auge gesehen werden kann und selbst dem Laien mit einfachen Hilfsmitteln, wie dem Fernglas einen tollen Anblick bietet.


 


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