Komet Panstarrs gesichtet – einige erste Bilder
Aktuelle Info vom 8. April 2013


Liebe Sternenfreunde,

nach langem Warten war es am gestrigen Abend endlich soweit: freier Blick auf einen mondlosen, sternenklaren Himmel. Und damit die Chance einen Blick auf ein einzigartiges, wundervolles und besonderes Rendezvous zu bekommen: Die Begegnung des Frühlingskometen „Panstarrs“ C/2011 L4 und der Andromeda Galaxie. Bereits in der Nacht vom 4. auf den 5.April stand der Komet sehr dicht an der Schwester – Galaxie unserer Milchstraße, doch leider war das Wetter hierzulande zu schlecht, um einen Blick darauf zu bekommen.
Mit Spannung warteten die Riesaer Sternenfreunde täglich auf die Dämmerung und standen jeden Abend mit Teleskopen im Gepäck auf dem Segelflugplatz Canitz bereit, um doch noch diese Passage beobachten zu können – leider ohne Erfolg. Am Samstag gesellten sich einige Gäste mit dazu und außer Schneeflocken, war kein freier Blick zum Himmel möglich.

Doch die Nacht von Sonntag auf Montag war ideal und absolut sternenklar. Ein wenig Dunst am Horizont schirmte die Lichtverschmutzung der nahen Städte und Dörfer ab, so dass die Komet mit Einbruch der Dämmerung zu sehen war. Mit privaten und leistungsstarken Teleskopen gelang es, den Kometen deutlich strukturiert zu zeigen. Ein breit gefächerter wundervoller Kometenschweif war im großen Binokular zu sehen und bei kleineren Vergrößerungen gelang es sogar noch den Kometen zusammen mit der Andromedagalxie ins Blickfeld zu bekommen. Diese „Begegnung“ ist eine rein perspektivische Konstellation, denn der Komet durchfliegt derzeit das Sonnensystem und gehört zu unserer Nachbarschaft. Die Andromedagalaxie hingegen befindet sich weit außerhalb unserer Milchstraße, also der Galaxie, zu welcher auch unsere Sonne gehört. In 2,2 Millionen Lichtjahren Entfernung schimmern an die 100 Milliarden Sterne des Andromedanebels und zeigen dem Beobachter einen kleinen Nebelfleck am Nachthimmel. Diese M31 Galaxie (Messier 31 Objekt) ist für Himmelsbeobachter eines der faszinierendsten Objekte am nördlichen Sternenhimmel und zeigt eindrucksvoll die schier unendliche Dimension von Sternen und kosmischen Entfernungen.

Der Komet „Panstarrs“ steht uns hingegen mit einigen Millionen Kilometern Entfernung sehr viel näher als der Andromedanebel und leuchtet derzeit ungefähr ebenso hell wie dieser am Himmel. Dies macht beide zu einem eindrucksvollen Pärchen am Nachthimmel. Auch wenn man Kometen und Galaxien immer einmal wieder als Einzelobjekte in Teleskopen beobachten kann, so ist es schon etwas extrem seltenes, dass beide Objekte in unmittelbarer Nähe zueinander stehen. Kometen sind normalerweise sehr schwache Objekte, es sei denn diese kommen sehr dicht an der Sonne oder der Erde vorbei, so dass sie zu auffälligen und beeindruckenden Objekten am Himmel wachsen.

Es war beeindruckend diese beiden Objekte gemeinsam zu beobachten. Bis weit nach Mitternacht beobachteten die Riesaer Sternenfreunde diesen Kometen in der Nacht zum Montag. Kurz nach Mitternacht passierte der Komet seinen nördlichsten Punkt und blieb dabei über dem Horizont. Dies macht den Kometen zu einem sog. zirkuumpolaren Objekt am mitteldeutschen Himmel, einem Objekt also, was nicht unter den Horizont sinkt und die gesamte Nacht über, rein theoretisch, zu sehen ist. Doch der Komet wird trotz dieser günstigen Position am Himmel immer schwieriger zu beobachten sein. Er entfernt sich weiter aus dem Sonnensystem, wird lichtschwächer und somit „kleiner“ am Himmel. Ab Donnerstagabend gesellt sich der zunehmende Mond an den Abendhimmel und von Tag zu Tag wird dieser mehr Mondlicht an den Himmel streuen, was das Auffinden des immer schwächeren Kometen erschweren wird.

Dennoch werden die Sternenfreunde weiterhin Ausschau nach dem Frühlingskometen halten und sind fast täglich mit Teleskopen unterwegs. Wer es mit probieren möchte, den Kometen am Himmel zu finden, kann sich bei den Sternenfreunden melden, oder die aktuellen Termine auf der Website www.Sternenfreunde-Riesa.de verfolgen. Jeder ist herzlich willkommen und jeder kann auch sein eigenes Fernglas, oder Teleskop mitbringen, um selbst auf die Suche zu gehen. Am kommenden Sonntag, dem 14.April 2013 laden die Sternenfreunde ab 19 Uhr zur „Riesaer Sternstunde“ auf den Flugplatz Canitz ein. Doch auch im Laufe der Woche ist damit zu rechnen, dass die Sternenfreunde kurz nach Sonnenuntergang auf die Kometen – Jagd gehen.

© Sternwarte Riesa / Schwager



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