Polarlichtalarm durch einen Sonnensturm der großen Fleckengruppe!
Aktuelle Info vom 7. Januar 2014


Liebe Sternenfreunde,

kaum hatte ich es vor wenigen Stunden in Bezug auf die große Sonnenfleckengruppe angekündigt, schon ist es passiert: Die Fleckengruppe AR 11944 hat in den Abendstunden des 7.Januar 2014 einen erdgerichteten CME (= koronaler Massenauswurf) hervorgebracht ! Die Sonnensatelliten STEREO sind zur Überwachung der Sonnenaktivtäten und sog. SPACEWEATHER (=Weltraumwetter / Sonnenaktivität) in zwei Erdfernen Punkten der Erdbahn installiert und sollen derartige Sonnenausbrüche genau überwachen und deren Ankunft an der Erde möglichst präzise vorhersagen. Dies ist von entscheidender Bedeutung für das globale Satellitennetz, denn diese Sonnenausbrüche tragen energiegeladenen Teilchen, welche die Elektronik von Satelliten und Kommunikationsnetzen stören können. Damit diese nicht zerstört werden, helfen u.a. die STEREO Daten, um das genaue Eintreffen der Wolke vorauszuberechnen und die Systeme vorsichtshalber abschalten zu können.

Koronaler Massenauswurf CME mit über 1000km/s (!!!!) unterwegs zur Erde

Die Materiewolke ist derzeit mit schätzungsweise 1064 km/s unterwegs und benötigt von der Sonne bis zur Erde noch ca. 40 – 50h. Wenn diese dann eintrifft und auf das Erdmagnetfeld trifft, dann wird es an beiden Polargebieten herrliche Polarlichter geben. Wenn die Energie ausreichend genug ist und sich diese Sichtbarkeitszone, das sog. Polarlichtoval weit genug nach Süden ausdehnt, dann können auch wir in Mitteldeutschland mit etwas Glück die „Aurora Borealis“ sehen. Nun gilt es abwarten und auf gutes Wetter hoffen.

POLARLICHTWARNUNG wurde bereits ausgerufen!

In den Nächten vom 9./ 10. und in der Folgenacht vom 10. /11.Januar 2014 sind Polarlichter über Deutschland möglich! Die beste Sichtbarkeit liegt in der Zeit nach Mitternacht, da die Sichtbarkeitszone der „Aurora“, das sog. Polarlichtoval, zu dieser Zeit am nächsten über Mitteleuropa steht. Starke Polarlichter wie z.B. im Herbst 2003 haben aber bereits Sichtbarkeiten ab 18 Uhr, also kurz nach Einbruch der Dunkelheit, möglich gemacht. Damals funkelte der Himmel stundenlang in grünen, roten, blauen und orangenen Farben und verzauberte Millionen von Menschen weltweit.

Auch in Riesa wachsam am Nordhimmel wird beobachtet werden

Die Sternenfreunde Riesa werden in diesen Nächten jede Chance zum Beobachten und fotografieren nutzen. Jeder kann es auch selbst versuchen, ABER GEDULD ist äußerste Voraussetzung! Es kann passieren, dass stundenlang nichts passiert, dann aber plötzlich ein Feuerwerk am Himmel losgeht. Also nicht aufgeben und einfach an einem dunklen Ort mit freier Sicht zum Nordhimmel blicken. Am besten heute schon einmal den Nordhimmel testen, um zu wissen, wie er „normalerweise“ aussieht. Wenn Polarlicht erscheint, wird der Himmel aufgehellt, denn Polarlichter sind großflächige Leuchterscheinungen. Die Bilder der letzten Jahre geben ein paar Anhaltspunkte und Beispiele dafür!

Viel Glück allen Polarlichtjägern und denen die es werden wollen. Wir blicken die kommenden Tage weiterhin auf die gigantische Sonnenfleckengruppe, denn es kann gut sein, dass noch mehr solcher Ausbrüche passieren, wenn man die Größe dieser Gruppe betrachtet! Beachten Sie auch die Warnskalen für Polarlicht und Sonnenaktivität auf der Startseite www.Sternenfreunde-Riesa.de. Hier werden Tipps veröffentlicht, sobald was los ist.

Mit sonnensturmfreundlichen Grüßen
Stefan Schwager
Leiter Sternwarte Riesa



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