Sonnenflare beobachtet
Aktuelle Info vom 21. April 2014


Das Osterfest ist neben kirchlichen seit jeher auch fest an astronomische Gegebenheiten gebunden. Die Sternwarte Riesa möchte deswegen noch ein Osterfeuer der ganz besonderen Art präsentieren, welches am Ostersonntag im Teleskop zu beobachten war.

Ostern findet immer am Wochenende nach dem 4.Vollmond im Jahr statt und seit Jahrtausenden waren die Sterngucker für die korrekte Vorhersage dieser besonderen Mondphase im Frühjahr verantwortlich.

Von großer Bedeutung also ist die Verbundenheit der ältesten Naturwissenschaft der Menschheit und diesen gesellschaftlichen Festtagen. An jedem Abend des Osterfestes entzünden die Menschen ihre Osterfeuer und geben dem Osterfest einen besonders romantischen und kulturellen Höhepunkt. Ein Osterfeuer der Superlative spielte sich gestern auf unserem Stern, der Sonne, ab, denn am Sonnenrand konnte man wundervolle Gasausbrüche beobachten und am Nachmittag ereignete sich eine heftige Eruption. Bereits seit Tagen beobachten Mitglieder der Sternwarte riesige Sonnenfleckengruppen auf der Photosphäre der Sonne. Diese sind seit über 400 Jahren bekannt und stehen für besonders starke magnetische Sonnenaktivität. Vergleicht man nun die traditionelle Beobachtung im Weißlichtfilter mit einem Anblick im sog. H-Alpha Filter, dann bemerkt man die unglaublichen Aktivitätsgebiete um die sonst so klein wirkenden Sonnenflecken.

Die Bildcollage im H-Alpha Licht zeigt einen dieser Ausbrüche und den jeweils selben Ausschnitt des Sonnenrandes. Innerhalb weniger Minuten war zu beobachten, wie sich 15000 Grad heiße Gasmassen von der Sonnenoberfläche lösten und binnen Sekunden ins All geschleudert worden. Dies geschieht mit unglaublichen Geschwindigkeiten. Es sind die heftigsten Ausbrüche, die es in unserem Sonnensystem gibt und mit 2000 – 5000 km/s (!) strömt heiße Sonnenmaterie durch das Magnetfeld der Sonne ins All. Somit kann man auch von der Erde aus diese Ausbrüche (fast) live beobachten, denn bei diesen Geschwindigkeiten bemerkt man im Teleskop selbst in 150 Millionen Kilometern Entfernung Veränderungen dieser Art auf der Sonne.

Wenn man beim Anblick der Bilder bedenkt, dass die Sonne einen Durchmesser von ca. 1,4 Millionen Kilometern hat und die Erde hingegen mit nur rund 12700 km mehrmals in solche Gasausbrüche, oder Sonnenflecken hineinpassen würde, dann bekommt man Respekt und eine gewisse Ehrfurcht vor der Energie und Kraft unseres Sterns.

Ein faszinierendes Schauspiel zum Osterfest. Wer so etwas einmal mit eigenen Augen sehen möchte, ist herzlich zu einer der kommenden Sonnenbeobachtungen mit den Sternenfreunden Riesa eingeladen. Diese finden bei Gutem Wetter Nachmittags an den Terminen der „Astro-Lounge“ statt, welche immer am 1.Sonnabend im Monat von 16 – 18 Uhr in den Vereinsräumen der Sternwarte Riesa stattfindet. Die kommenden Termine dafür sind der 3.Mai, 7.Juni und der 5.Juli.
Außerdem kann man die Sternenfreunde auf Aktionsständen der Nudelnächte, sowie dem „Kunst – und Handwerkermarkt“ in Gostewitz zu Pfingsten.
Am 21. Juni, dem Tag der Sommersonnenwende wird es ab 14 Uhr im Lindenhof Peritz die Möglichkeit zur professionellen Sonnenbeobachtung geben.

Schließlich bestehen am Wochenende vom 25. – 27.Juli 2014 etliche Möglichkeiten zur Beobachtung, denn dann organisiert das Team der Sternwarte Riesa das jährlich stattfindende „Sächsische Teleskoptreffen – STT“ in der Jugendherberge Strehla. An allen Tagen gibt es die Chance zur Sonnenbeobachtung und vieles mehr. Nur kann zum jetzigen Zeitpunkt niemand vorhersagen, ob und welche Sonnenaktivität zu beobachten sein wird. Die Sonne ist ein Stern, welcher sich ständig verändert und somit sind für uns immer nur kurze Augenblick aus einem Energieprozess zu beobachten.



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