Sternschnuppennächte 2013 und seltene Wolkenformen
Aktuelle Info vom 6. August 2013


Liebe Sternenfreunde,

nach der Hitze der letzten Tage zeigten sich auch immer einmal wieder faszinierende Strukturen am Wolkenhimmel. Schon am Wochenende zogen leichte Unwetterfronten durch den Landkreis und die Nacht zum Samstag und Montag war geprägt von heftigem Wetterleuchten. Am Dienstagnachmittag dann begann sich erneut eine Unwetterfront zusammenzubrauen und zum 3.Mal innerhalb weniger Tage konnten die seltenen Mammatuswolken hierzulande gesichtet werden. Diese Wolken sind sehr kennzeichnend für heftige Turbulenzen in den mittleren Wolkenschichten. Starke Winde prägen diese kugelförmig, bedrohlich wirkenden Wolkenstrukturen. Man spricht von sog. beutelartigen Quellwolken, welche an der Unterseite fast aller großen Wolkenstrukturen auftreten können. Diese Wolken sind vor allem in Äquatornähe und im mittleren Westen der USA sehr häufig zu beobachten, wenn die Tornadosaison heftige Wirbelstürme erzeugt und große Schäden anrichtet. Als 2010 der Tornado über Sachsen fegte konnten im Nachgang ebenfalls solche Wolken gesichtet werden und die Mammatuswolken werden in unmittelbaren Zusammenhang mit heftigen Windböen und Wirbelstürmen gebracht. Am Dienstagnachmittag dann war der gesamte Himmel von diesen Wolken bedeckt und kündigt eine Unwetterfront mit ersehntem Niederschlag und ein wenig Abkühlung für die kommenden Stunden an.

Hoffen wir, dass sich ab Sonntag keine derartigen Unwetter hier mehr zusammenbrauen und die Sternenfreunde aus nah und fern möglichst viele Sternschnuppen am Nachthimmel zählen können. Denn es ist wieder soweit – die Sommersternschnuppen der „Perseiden“ tauchen wieder am Himmel auf. Aus diesem Anlass veranstalten die Sternenfreunde Riesa bereits das 13.Mal die „Riesaer Sternschnuppenwoche“ auf dem Segelflugplatz Canitz. In der Zeit vom 11. – 18.August 2013 versammeln sich die Sterngucker täglich ab 22 Uhr und dann werden gemeinsam Meteore gejagt. Die „Perseiden“, ein besonders alter und bekannter Sternschnuppenstrom, tauchen immer von Ende Juli bis Mitte August am Sommerhimmel auf und seit Jahrhunderten verzaubern die bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde die Menschen auf der Erde. Das Maximum der Perseiden ist in der Nacht vom 12. auf den 13.August kurz nach Mitternacht zu erwarten. Die lauen Sommernächte laden gerade dazu ein, die Nacht im Freien zu verbringen und mit ein wenig Geduld wird jeder etliche Dutzend davon sehen können. In den vergangen Jahren gab es Nächte mit bis zu 400 und sogar über 600 Sternschnuppen pro Nacht. Die Sternschnuppennächte sind eines der Jahreshighlight im Jahresarbeitsplan der Sternwarte Riesa und eine besonders schöne Veranstaltungswoche. Der Reiz beim Sternschnuppen beobachten ist der historische Aspekt der Sternenbeobachtung, denn es gilt mit dem unbewaffneten bloßen Auge in den Himmel zu schauen und Ausschau zu halten nach den schnellen Lichtblitzen. Schon seit Urzeiten blickt der Mensch zu den Sternen und Sternschnuppen sind seit Jahrtausenden überliefert. Früher verbanden die Menschen das „Fallen der Sterne“ im engen Zusammenhang mit einer göttlichen Welt, welche selbst Wünsche von diesem Himmelreich mit auf die Erdoberfläche zu bringen vermag. Deswegen glauben die Menschen auch heute noch an das Wünschen beim Erblicken einer Sternschnuppen und auch wir wollen dies den Besuchern nahelegen, sich beim Entspannten Blick in die Sterne auch einmal den innersten persönlichen Wünschen zu besinnen.

Wer mit dabei sein möchte sollte sich um den eigenen Komfort kümmern, d.h. Decke, Schlafsack, warme Kleidung und Verpflegung sollten mit dabei sein. Auch an Mückenspray und Insektenschutz sollte man denken, da in diesem Jahr besonders viele Mücken unterwegs sind. Wer möchte bringt noch ein kleines oder großes Fernglas mit und kann so, selbst auf Entdeckungsreise in der Sommermilchstraße gehen. Unter fachlicher Anleitung von Sternwartenmitgliedern wird es etliche Himmelsführungen und Sternbilderklärungen geben. Dazu laden die Sternenfreunde herzlich ein und freuen sich auf viele neugierige Besucher. Auch Ferienkinder sollten die Chance nutzen bei den Sternschnuppennächten vorbeizuschauen, denn oft sind die Sommerferien bereits Mitte August zu Ende – das ist dieses Jahr nicht so. Also nix wie raus auf den Segelflugplatz Canitz und schön Sternschnuppen zählen. Die Teilnahme ist kostenlos und für alle frei zugänglich. Wir bitten nur darum, dass Gäste mit Autos nicht mit starkem Fernlicht auf den Platz fahren, denn während 22 – 4 Uhr werden wissenschaftliche Messungen, Zählungen und vor allem zahlreiche Fotos in allen Himmelsrichtungen gemacht, welche dadurch beeinträchtigt werden. Am besten die Autos auf dem Weg stehen lassen und zu Fuß vorsichtig ins Gelände laufen. Die Sternenfreunde werden nicht zu übersehen sein, denn in den vergangenen Jahren waren bis zu 60 Teilnehmer pro Nacht auf dem Platz.

Drücken wir also die Daumen, dass das Wetter dieses Jahr mit den Sternenfreuden ist und wieder tausende Sternschnuppen gesichtet werden können. Die Zähldaten, sog. Stundenraten werden dann bei der „International Meteor Organisation IMO“ gemeldet, so dass die Riesaer Beobachtungen seit 13 Jahren zum allgemeinen Verständnis um die Erforschung solcher Sternschnuppenströme beiträgt.

Also bis zu den Sternschnuppennächten – am Sonntagabend geht’s los.

Stefan Schwager und die Sternenfreunde Riesa


 


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