Termine Kuppelsanierung und Beobachtung
Aktuelle Info vom 3. Juni 2013


Liebe Sternenfreunde,

die Wetterstation der Sternwarte Riesa zeichnet derzeit enorme Daten auf. Vor allem die Temperaturschwankungen innerhalb weniger Tage und die Niederschlagsmengen im gesamten Monat sprechen ihre eigene Sprache. Allein in den letzten 7 Tagen sind mehr als 90 Liter pro Quadratmeter gefallen und das meiste davon in den letzten 3 Tagen. Die Resultate dieser Niederschläge verfolgen wir derzeit in den betroffenen Gebieten und bangen mit den betroffenen Menschen auch hier in der Region. Stadtpark, Hafen, Flussnahe Wohngebiete und Straßen sind dem Wasser ausgeliefert. Die Mitglieder des „Sternwarte Riesa e.V.“ atmen in dieser aktuellen Situation auf, dass die Vereinsgüter nicht, wie offiziell vorgeschlagen, in den Kellern des Flugplatzes Göhlis lagern, sondern sicher in den aktuellen Räumen untergebracht sind. Damals ist dieser Vorschlag auf Grund von Hochwasserbedenken, fachlichen und aus finanziellen Gründen verworfen worden. Der Sternwartenverein wäre derzeit nicht in der Lage, diese zusätzlichen Verluste und Räumarbeiten zu bewältigen und stünde so vor noch größeren Problemen neben der Standortsuche und Restaurationsarbeiten des Observatoriums. Die Mitglieder des Vereins danken derzeit dem Vorstand für diese weitsichtige Entscheidungsfindung.

Der Mai 2013 ist wahrlich kein Wonnemonat gewesen und der Juni beginnt derzeit in unserer Region auch nicht gerade sommerlich. Dennoch gab es in den vergangenen Tagen einen kleinen himmlischen ersten Lichtblick, denn in der Nacht vom Freitag zu Samstag waren ein paar Sterne zu sehen. Zunächst jedoch einige wichtige Termine der Sternenfreunde:

Mittwoch, 5.Juni 2013 ab 17 Uhr „Kinderuniversität Riesa“ – Wo schläft mein schulbus? bei der VGM – Verkehrsgesellschaft Meißen
Samstag, 8.Juni 2013 Sternenfreunde mit Teleskopen zu Gast beim „Flugplatzfest Oschatz“ Beobachtung von Sonnenaktivitäten (Sonnenflecken, Sonnenprotuberanzen)
Sonntag,23.Juni 2013 21 – 22 Uhr Kalkberg Riesa „Riesaer Sternstunde“ Aufgang des Supervollmondes beobachten

Bereits zum 3.Mal gab es einen Arbeitseinsatz an der alten Sternwarte, welche derzeit in der Halle der Firma „FREYLER“ sichergestellt ist. Dabei ist schon ein Großteil der Aufarbeitung der alten Struktur geschafft und unter fachkundiger Hilfe bekommen die Sternenfreunde Hilfe aus breiten Teilen der Bevölkerung und Wirtschaft- Tausend Dank an alle Unterstützer. Bilder der Arbeitseinsätze gibt es unter http://sternenfreunde-riesa.de/kuppelumzug.

Nächste Arbeitseinsätze bei „FREYLER“:

Freitag, 7.Juni 2013 9 – 16 Uhr Schleifarbeiten an Kuppel und Stahlträgern
Montag, 10.Juni 2013 9- 16 Uhr Schleifarbeiten an Kuppel und Stahlträgern
Dienstag, 11.Juni 2013 9 – 13 Uhr Schleifarbeiten an Kuppel und Stahlträgern

Weitere Termine mit Schulklassen und Kindergruppen sind zwischen diesen Terminen zahlreich angesiedelt, so dass die Sternenfreunde an vielen Orten anzutreffen sind. Spontan sind immer wieder Beobachtungen auf dem Segelflugplatz Canitz möglich, so wie am vergangenen Freitag.

Trotz dicker Nebelfelder, gab es am letzten Maitag erstmals seit Tagen eine reelle Chance, doch noch einen Blick auf das Planetentrio am abendlichen Westhimmel zu bekommen. Also rückten die Sternenfreunde Riesa kurzfristig am Freitagabend auf den Flugplatz Canitz aus, um es zu probieren. Mit Ferngläsern und Kameras ausgerüstet begann kurz nach 21 Uhr die Beobachtung. Der Himmel im Zenit, Süden, Osten und Norden war weitestgehend frei und dennoch hielten sich in der entscheidenden Himmelsregion weiterhin die Nebelfelder, so dass es keine Chance auf die Planeten Merkur, Venus und Jupiter gab. Diese sollten mittlerweile eigentlich als auffälliger Gürtel am Himmel zu sehen sein. Die enge Konstellation ist vorüber, doch vor allem Merkur und Venus sollten noch immer eine auffällige Konstellation am Himmel zeigen. Man sollte in den kommenden Tagen bei besserer Wetterlage einmal einen Blick in den Westhimmel werfen, um vielleicht doch noch etwas zu sehen.

Vielleicht ein kleiner Hoffnungsblick, welchen der Himmel da anbieten kann. Die Natur hat stets die Gabe, dass der Mensch im Anblick natürlicher Phänomene tief berührt und fasziniert wird, entspannen und abschalten kann. Auch wenn diese Natur, wie derzeit in der angespannten Hochwassersituation, auch beängstigend tätig sein kann, so ist es doch stets ein wechselndes Miteinander der natürlichen Begebenheiten.

Die Aufnahmen stammen aus der Nacht vom 31.Mai auf den 1.Juni und zu sehen sind schöne Nebelfelder in Verbindung mit einem teils klaren Sternenhimmel. Sehr beeindruckend im Zusammenhang mit dem Nebel sind auch sog. Nebelbögen, welche als eine Art „weiße Regenbögen“ gespenstisch in der Landschaft auftauchen können. Steht man nun inmitten einer Nebelbank und findet seinen eigenen Schatten an der Nebelwand wieder, so spricht man vom sog. „Brockengespenst“ mit einer Glorie, einem markanten farbigen Lichtring um den eigentlichen Schatten herum. Wenn Wanderer in früheren Jahrhunderten so etwas erblickten, so war es nicht klar, was da eigentlich zu sehen war und man deutete es als etwas „Gespenstiges“, weil sich dem Betrachter, auch in der Gruppe, immer nur ein Schatten an der Nebelwand zeigen wird, nämlich der eigene. Und dieser folgt einem, auf Schritt und Tritt.

Ein spannendes Phänomen!

Jetzt zu Anfang Juni sind wieder ein paar Sternschnuppenbeobachtungen möglich, denn die „Lyriden“ sind wieder aktiv. Vielleicht können wir damit einen astronomischen Lichtblick in den Himmel ermöglichen und den betroffenen Menschen der Katastrophengebiete ein wenig Hoffnung geben. Hoffen wir auf einen sonnigen Juni, damit der Blick auf die Sterne wieder möglich ist und das Wasser wieder zurückgeht.

Mit sternenfreundlichen Grüßen

Stefan Schwager



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