Termine März und Kometenzeit am Himmel mit Bildern
Aktuelle Info vom 20. Februar 2013


Die Zeit der Kometen beginnt!

 

Hier die neuesten Termine und Informationen der Sternwarte Riesa für März 2013:

10.03.2013 Flugplatz Canitz ab 19 Uhr „Komet PANSTARRS betritt die Bühne“

13.03.2013 Flugplatz Canitz ab 19 Uhr „Kometengruß an den Sichelmond“

15. – 17.03. Flugplatz Canitz je ab 19 Uhr „Beobachtungen Komet PANSTARRS“

15.03.2013 Teigwaren Riesa ab 18 Uhr „Kometenjagd zur Nudelnacht“

16.03.2013 Flugplatz Canitz ab 14 Uhr „Bundesweiter Tag der Astronomie 2013“

17.03.2013 Flugplatz Canitz ab 19 Uhr „Der Mond im Goldenen Tor der Ekliptik“

23.03.2013 Flugplatz Canitz ab 19 Uhr „EARTH HOUR 2013 und Komet PANSTARRS“

27.03.2013 Kalkberg Riesa 18 – 19 Uhr „Sternstunde zum Ostervollmond“

allgemeiner Hinweis zum März 2013:

Ab dem 10.März sind täglich auch spontane Beobachtungen auf Grund des Kometen angesetzt und je nach Wetterlage möglich! Bei Interesse bitte Hinweise auf der Website www.Sternenfreunde-Riesa.de beachten, oder Kontakt mit der Sternwarte Riesa aufnehmen. Wir wollen JEDEM diesen Kometen zeigen und laden immer zur Teilnahme ein. Auch eigene Instrumente können gern mitgebracht werden.

Asteroiden und gigantischer Meteor vom 15.02.2013

Das Jahr 2013 ist astronomisch gesehen ein besonderes Jahr. Erst neulich beeindruckten Aufnahmen eines großen Meteors in Russland Menschen in aller Welt. Dieses spontane Ereignis ist es, was den Menschen auf der ganzen Welt wieder einmal gezeigt hat, wie spannend, faszinierend und unberechenbar die Welt der Astronomie sein kann. Das Weltall um unseren Planeten herum lauert nicht nur mit vielen wunderschönen Objekten, sondern auch mit etlichen Gefahren, welche wir oft unterschätzen. Während wir uns mit Streitigkeiten und oft macht- oder profitstrebenden Rangeleien im täglichen Leben auf der Erde intensiv beschäftigen, findet der „All-Tag“ im Universum mit Ereignissen, wie dem Asteroidenvorbeiflug von 2012 DA14 oder spontanen Kollisionen mit unbekannten Gesteinsbrocken am selben Tag statt. Doch genau in solchen Momenten besinnen sich vor allem Forscher und die Betroffenen in den Regionen wieder verstärkt auf die Bedeutung solcher Ereignisse und die Notwendigkeit, doch mehr Aufmerksamkeit in diese Forschung zu stecken als bisher. Denn eines haben die Ereignisse vom Freitag deutlich hervorgehoben. Die Größe von Masse, Geschwindigkeit und der dabei freiwerdenden Energie übersteigt schon in nur kleinsten Dimensionen unsere irdischen Vorstellungen, so dass wir tatenlos zuschauen müssen, wenn solche kosmischen Dinge ihren Lauf nehmen. Die Suche nach solchen Kleinplaneten und Bruchstücken ist sehr aufwendig, kostspielig und schwierig. Denn es handelt sich um „bewegliche Ziele“, welche mit hohen Geschwindigkeiten von mehreren Kilometern pro SEKUNDE kreuz und Quer durch das Weltall bewegen. Oft sind diese Brocken erst sehr spät oder bereits nach einem Vorbeiflug zu sehen, denn sie sind schlichtweg zu klein und somit zu lichtschwach, um rechtzeitig gesehen zu werden. Unsere derzeitige Technologie reicht bei Weitem noch nicht aus, um Gesteine im Zentimeterbereich zu entdecken. Damit ist klar, dass solche Ereignisse immer und ohne Gegenmaßnahmen von uns passieren werden.

Erinnerung an Kometeneinschlag von 1994 auf dem Jupiter:

Als im Sommer 1994 die Astronomen gespannt zum Planeten Jupiter schauten, als dieser von Bruchstücken des Kometen Shoemaker Levy 9 getroffen wurde, beobachtete man gigantische Explosionen in teilweise x-fachen Ausmaß der Erdgröße. Auch in Riesa haben wir damals in der Sternwarte und weiteren Beobachtungsplätzen die Einschläge des „Fragment G“ und die langlebigen Einschlagsstellen auf dem Planeten live beobachten können. Bei diesem Anblick war allen Beobachtern eines klar: wenn sowas die Erde treffen sollte, dann ist Alles Leben und die Erde bedroht. Hier begann die aktive Auseinandersetzung mit der intensiveren Suche nach Asteroiden und Kometen im erdnahen Raum. Somit wurde u.a. auch der Asteroid 2012 DA 14 gefunden, welcher in nur 27800km Distanz an uns vorbeischrammte. Leider konnten wir in Riesa auf Grund des schlechten Wetters keine Beobachtung des Vorbeiflugs realisieren, doch zusammen mit den Gästen auf dem Feld haben wir am 15.02. ab 19 Uhr den Mond und den Jupiter beobachten können.

Ein „Kometenfrühjahr 2013“ mit dem Kometen PANSTARRS

Nun aber sind noch schönere Ereignisse im Anmarsch und der Komet „C/2011 L4 PANNSTARRS“ befindet sich kurz vor seiner ästhetischen Phase am Nordhimmel. Seit den beiden Jahrhundertkometen „Hyakutake“ von 1996 und dem Kometen „Hale Bopp“ von 1997 wird hier wieder ein sehr heller Komet zu sehen sein. „Hale Bopp“ war ein Jahrtausendkomet und zeigte über Wochen im Frühjahr 1997 einen sehr ausgeprägten und detailreichen Schweif am Himmel. Schon mit bloßem Auge war dieser Komet in voller Pracht riesengroß am Himmel zu sehen. Mit einem Fernglas oder gar Teleskop zeigte er nie zuvor gesehene Details. Doch seitdem ist kein Komet in dieser Pracht für Menschen in Mitteleuropa zu sehen gewesen. „Panstarrs“ könnte das ändern, wenn er am 10.März in nur 0,3 astronomischen Einheiten (= ca. 45 Millionen km!) an der Erde vorbeizieht. Am Abend des 13.März könnte der Komet zusammen mit der schmalen zunehmenden Mondsichel kurz nach Sonnenuntergang gefunden werden und ein beeindruckendes Bild abliefern. Bis in den April hinein wird dieser Schweifstern die Beobachtungen auf sich ziehen und so oft es geht beobachtet werden.

Auch das Team der Sternwarte Riesa steht für diesen Kometen bereits in den Startlöchern. Neben etlichen Fotografienächten wird es auch mehrere Beobachtungsmöglichkeiten mit den privaten Instrumenten der Sternenfreunde geben. Vor allem auf dem Flugplatz in Canitz werden des Öfteren öffentliche Beobachtungen angeboten und jeder sollte die Gelegenheit nutzen, einen solch hellen Jahrhundertkometen wie „Panstarrs“ mit eigenen Augen und mit einem Fernglas oder gar Teleskop zu sehen. Das Wochenende vom 15. – 17.März wird dabei im bundesweiten Fokus stehen, denn dann ist der Komet bereits schön am Abendhimmel zu sehen.

Deutscher Tag der Astronomie am 16.März 2013

Am 16.März ist bundesweiter „Astronomietag“. Ab 14 Uhr werden dann die Sternenfreunde Riesa auf dem Segelflugplatz Canitz zu finden sein und bereits am Tage wird man die Sonne beobachten können. Mit dabei sein wird an diesem Tag das „öffentlich größte mobile Spiegelteleskop Sachsens“, welches mit 50cm Hauptspiegel faszinierende Details bei der Beobachtung vor allem lichtschwacher Objekte im All liefert. Seit Sommer 2010 steht dieses beeindruckende Instrument in Riesa zur öffentlichen Beobachtung zur Verfügung und auch wenn es Privatinstrumente und auch Sternwarten gibt, welche diese großen Optiken hauptsächlich zur Fotografie nutzen, so hat das Riesaer Instrument entscheidende Vorteile. Es ist ausschließlich zur öffentlichen Beobachtung zugänglich! Es ist in optisch bestätigter exzellenter Qualität und vor allem an jedem Ort einsetzbar. Die Mobilität dieses Instruments ist von entscheidender Bedeutung gegenüber jeder Sternwarte. Hier setzen die Riesaer seit 2010 exklusive Akzente. Ab 19 Uhr wird dieser gigantische Spiegel dann zur Beobachtung des Kometen „PANNSTARRS“ und zum traditionellen „Messiermarathon“ in Betrieb genommen werden. Die gesamte Nacht über werden spannende Objekte am Nachthimmel gejagt werden und für die Gäste in erstklassiger Qualität erlebbar werden! Am „Deutschen Astronomietag“ beteiligen sich die Sternenfreunde aus Riesa seit der Gründung der Aktion im Jahre 2003 mit breit angelegten öffentlichen Beobachtungen.

Es wird ein spannender März in diesem Jahr werden und ähnlich dem März 1996 und 1997 wird es eine Sensation mit einem sehr hellen Kometen am Himmel geben. Wenn der Komet seine Prognosen einhält, dann wird er eine beeindruckende Koma zeigen und einen langen und deutlichen Schweif entwickeln. Dennoch muss hier an dieser Stelle erwähnt bleiben, dass die Entwicklung von Kometen nie genau vorhergesagt werden kann, da man die genaue Zusammensetzung nie kennen kann und nicht weiß, wie sich die Gase und die Zusammensetzung des Kometen in Sonnennähe verhalten. Doch hier scheinen die Beobachtungen der vergangenen Monate ein deutliches Signal zu zeigen: DIESER Komet wird ein spektakuläres Ereignis. UND zum Jahresende hin kommt noch einer, denn der Komet C/2012 S1 „ISON“ soll noch spektakulärer werden.

Für Rückfragen und Terminvereinbarungen zum Kometen bitte an den Sternwartenleiter Stefan Schwager unter Tel. 0173 8076841 oder per E-Mail an: SternwarteRiesa@web.de wenden.

© Sternwarte Riesa e.V. / Schwager



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