Tipps zur Beobachtung der Halbschattenmondfinsternis Samstag Morgen
Aktuelle Info vom 17. Oktober 2013


Liebe Sternenfreunde,

in der Nacht von Freitag zu Samstag wird es ein kleines Himmelsschauspiel geben, denn es wird zu diesem Vollmond eine Halbschattenmondfinsternis zu bemerken sein. Bereits am 25.Mai gab es eine solche schwache Mondfinsternis zu sehen, doch diese war so gering, dass es keinen messbaren Effekt zu beobachten gab. Die kleine partielle Mondfinsternis vom 25.April 2013 kommt dem Anblick des bevorstehenden Ereignisses wohl am nächsten. Damals „verfinsterte“ sich der Mond nur zu knapp 2% im Kernschatten der Erde, stand aber zu dieser maximalen partiellen Phase zu 100% im Halbschattenkegel unseres Planeten. Wenn der Mond am Samstagmorgen um 01:50 Uhr Sommerzeit erneut zu 79% im Halbschatten der Erde stehen wird, haben wir das Maximum dieser zu erwartenden Halbschatten – MoFi erreicht. Zugegeben ist diese Finsternis nur etwas für Profis, aber auch der Laie wird bei günstigem Wetter eine Farbveränderung am Vollmond feststellen können.

Was wird man beobachten und festhalten können?

Beobachtet man den Mond bis 23:45 Uhr, so wird man einen typisch hell – weißen Vollmond sehen können (1.Vergleichsfoto machen!). Wenn dieser dann kurz vor 2 Uhr zu gut 3/4 im Halbschatten der Erde steht, dann sollte er etwas lichtschwächer sein und sich grau bis gelb gefärbt haben, obwohl er noch immer hoch am Nachthimmel steht (2.Vergleichsfoto machen!). Gegen 4 Uhr wird er wieder aus dem Erdschatten verschwunden sein und als „gewöhnlicher“ Vollmond im Westhimmel stehen (3.Vergleichsfoto machen!). An Hand von Vergleichsfotos kann der Beobachter Veränderungen in Farbe und Helligkeit bemerken. Wichtig dabei ist, dass diese mit selben Aufnahmewerten (ISO, Belichtungszeit, Blende, Weißabgleich) gemacht sind. Am besten die Kamera in den Manuellen Modus nutzen und diese Werte an Hand von Testbildern voreinstellen. Zum Zeitpunkt der maximalen Phase sollte man auch eine leichte Verdunkelung am südlichen Mondrand feststellen, welche manchmal auch visuell zu beobachten ist. Hier sollte man sehr genau hinschauen!

Was passiert astronomisch bei einer solchen Halbschattenfinsternis?

Halbschattenmondfinsternisse sind in der Regel keine sehr auffälligen Mondfinsternisse und dennoch handelt es sich um eine sehr seltene Konstellation im Sonnensystem. Denn genau zum Zeitpunkt des Maximums bilden die Sonne, die Erde und der Mond eine exakte Linie im Planetensystem. Dies ist die Grundlage dafür, dass der Vollmond überhaupt in die Nähe des Schattenkegels der Erde gelangen kann. Im Idealfall schiebt sich der Mond bis ins Zentrum dieses Schattenkegels, dem sog. Kernschatten der Erde. Dann können wir von der gesamten Nachtseite der Erde aus eine totale Mondfinsternis sehen. Die letzte Totale Mondfinsternis war für uns am 15.06.2011 zu beobachten und die nächste wird es in unseren Breiten erst wieder am 28.September 2015 zu sehen geben.

Wer wird diese Finsternis beobachten und kann man mitmachen?

Am Samstagmorgen wird der Mond aber nur mit seiner südlichen Halbkugel in den Halbschatten der Erde eintreten und zumindest für eine kleine astronomische Sensation sorgen. Die Sternenfreunde Riesa werden sich mit Kameras und Teleskopen auf die Spur begeben und diese Finsternis dokumentieren. Wer mit dazu kommen möchte oder Fragen bei der Fotografie der Finsternis hat, kann sich bei den Sternenfreunden am Telefon unter 0173 8076841 melden.
Allen MoFi Jägern viel Erfolg beim Beobachten und hoffen wir auf gutes Wetter.

Stefan Schwager / Leiter Sternwarte Riesa
© Sternwarte Riesa
Leiter Sternwarte Riesa



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