Volkssternwarte Riesa: Fotos der partiellen MoFi
Aktuelle Info vom 9. August 2017


Liebe Mondfinsternisfans und Sternenfreunde,

der heutige Vollmondaufgang war ein ganz besonderer, denn es fand eine „partielle Mondfinsternis“ über Deutschland statt. Bereits zum Vollmondaufgang stand der Mond teilweise im Kernschatten unserer Erde, so dass er nicht vollständig zu sehen war. Bei exzellentem Wetter konnte man den Mond sehr lichtschwach im Südosten aufgehen sehen und sehr schnell fiel auf, dass ca. 1/4 des Mondes verschattet erschien. Mit Fortgang des Mondaufgangs ließ auch das Licht der Dämmerung nach, so dass sich die Mondfinsternis immer kontrastreicher am Himmel zeigte. Doch nicht nur das, denn der aufmerksame Beobachter konnte sehr schön verfolgen, wie sich der Mond langsam aus dem Kernschatten heraus bewegte und mehr und mehr der Vollmond als runder Himmelskörper zu sehen war. Etliche interessierte Bürger kamen zur Volkssternwarte Riesa oder auf den Kalkberg Riesa, um sich die Mondfinsternis mit den Sternenfreunden zusammen anzuschauen. Auch viele Autos oder Radfahrer hielten spontan an, um einen Blick auf die „MoFi“ zu erhaschen. Die Begeisterung war bei Groß und Klein enorm, denn es sieht schon eigenartig aus, wie der Mond von einem runden Schatten bedeckt wird. Seit jeher sind die Menschen fasziniert von diesen Ereignissen am Himmel und vor tausenden Jahren hatte man Ehrfurcht, Angst und Begeisterung vor solchen Naturereignissen. Man konnte sich einfach nicht erklären, was da am Himmel passierte und keiner konnte mit Gewissheit sagen, ob die Finsternis nur vorübergehend, oder für ewig anhält. Doch was passiert bei der MoFi?

Was passiert bei einer Mondfinsternis?

Bei einer Mondfinsternis wandert der Vollmond auf seiner Bahn um die Erde in den Schattenkegel der Erde hinein. Kommt er in diesen Schatten, dann wird er ganz oder teilweise vom Sonnenlicht abgeschnitten und wird quasi von der Erde verfinstert. Der Schattenkegel der Erde besteht aus einem Halbschatten und einem Kernschatten und der sichtbare Teil für den Beobachter ist die Kernschattenphase. Bedingt durch die geneigte Mondbahn um die Erde, tritt der Mond immer unterschiedlich stark, bzw. tief in den Kernschattenkegel ein, so dass er mehr oder minder stark verfinstert werden kann. Am 7. August 2017 konnte er nur maximal zu einem Viertel verfinstert werden, bevor er wieder aus dem Schattenkegel heraus wanderte. Als der Mond über Deutschland aufging, war dieser bereits im maximalen Bereich der Kernschattenfinsternis, so dass der Beobachter ab Horizont eine Mondfinsternis im Aufgang betrachten konnte. Ein sehr eindrucksvolles Naturschauspiel, welches millionen Menschen auf der ganzen Welt in seinen Bann zog. Denn überall auf der Erde konnte man diese Finsternis beobachten, sofern man sich auf der Nachtseite befand.

Wann wird es wieder eine totale Mondfinsternis über Deutschland zu sehen geben?

Die nächste totale Mondfinsternis über Deutschland findet im kommenden Sommer, am 27. Juli 2018 statt. Die schwer beobachtbare Halbschattenphase beginnt dann ab 19:13 Uhr. Für den Beobachter startet die partielle Finsternis um 20:24 Uhr und schließlich wird man die totale Verfinsterung von 21:30 – 23:13 Uhr beobachten können. Ende des Austritts aus dem Kernschatten wird 00:19 Uhr sein und der beobachtbare Teil ist vorüber. Die Halbschattenmondfinsternis beendet dann das Ereignis um 01:30 Uhr und ab dann strahlt der Vollmond am Nachthimmel. Die Sonne wird an diesem Tag um 21:09 Uhr stattfinden, so dass man bei gutem Wetter den gesamten totalen Verlauf beobachten könnte. Die letzte totale Mondfinsternis in Deutschland fand bei bestem Wetter in den Morgenstunden des 28.09.2015 statt und wurde auch von der Volkssternwarte Riesa erfolgreich beobachtet. Mondfinsternisse gehören zu den seltenen Himmelsereignissen und finden auf der ganzen Erde in der Regel zweimal pro Jahr statt.

© Volkssternwarte Riesa / Schwager
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Partielle Mofi

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