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Totale Mondfinsternis 2015 Erlebnisbericht und Bilder
Liebe Sternenfreunde,

eine ereignisreiche Nacht markiert dank bestem Wetter einen traumhaften Wochenstart und die Menschen der Region sind Zeuge einer wundervollen totalen Mondfinsternis geworden. Am Morgen des 28.09.2015 ereignete sich eine eindrucksvolle "Supervollmond - Mondfinsternis" wie sie auch gerne genannt wurde, denn der Mond stand zum Zeitpunkt der Verfinsterung im erdnahen Punkt auf seiner Bahn und war uns somit näher, als es im Mittel der Fall ist. "Nur" 353 000 km trennten uns vom Mond, als dieser am frühen Morgen in den Schattenkegel der Erde eingetreten war. Das Wetter spielte perfekt mit und nur kleinere Hochnebelfelder zogen ab und zu mal über den Riesaer Himmel. Ab 2 Uhr versammelten sich an der Riesaer Volkssternwarte etliche interessierte Bürgerinnen und Bürger und warteten gespannt auf die bevorstehende "MoFi". Die Vereinsmitglieder der Sternwarte bauten jede Menge Teleskope und Binokulare auf, damit auch jeder einen stark vergrößerten Blick zur Finsternis werfen konnte. Natürlich war auch das große Spiegelteleskop der Volkssternwarte im Einsatz und bezauberte die Besucher. Es war ein tolles Schauspiel, als der Mond kurz nach 3 Uhr in den Kernschatten der Erde eintrat und sichtbar verfinstert wurde.

Unscheinbare Halbschattenfinsternis beobachten

Zuvor verfolgten die Profis der Sternwarte schon die sog. Halbschattenfinsternis, einem recht unscheinbaren Ereignis vor der partiellen Phase der Finsternis. Hier beginnt sich der Mond dem Kernschattenbereich des irdischen Schattenkegels zu nähern und man kann vor allem auf Fotos erste Veränderungen der Mondhelligkeit erkennen. Der Riesaer Sternwartenleiter machte auch Fotos von Vollmond und Halbschattenfinsternis mit je gleichen Aufnahmewerten der Kamera und dadurch ist ein direkter Vergleich der Helligkeitsveränderung zu erkennen. Doch sobald der Mond in den Kernschatten eintritt verliert er massiv an Helligkeit, so dass schnell sehr lange Belichtungszeiten, oder höhere Bildempfindlichkeiten notwendig sind. Die Totalität ist der spannendste Teil der Mofi, denn hier steht der Mond vollständig im Kernschattenkegel der Erde. Der sonst sehr helle Vollmond ist in dieser Phase in ein rot - kupferfarbenes Farbkleid getaucht und schimmert geheimnisvoll inmitten der ihn umgebenden Sterne. Je nach Beschaffenheit der Atmosphäre kann die Totalität dann "hellrot" oder "tiefbraun" ausfallen und klassifiziert werden. Diese Finsternis war recht dunkel und ist im Mittelmaß einzuordnen. Ein einmaliger Moment der Natur den Mond in diesem Farbenspiel zu sehen. Im Fernglas und Binokular war die Beobachtung wegen der möglichen Übersicht am schönsten An die 40 Gäste kamen an diesem Morgen zur Riesaer Volkssternwarte und wollten gemeinsam mit den Sternenfreunden einen Blick zur Mofi erleben. Zwischendurch riefen interessierte Bürger an und fragten nach der Finsternis. auch einige Radiosender riefen in Riesa an und wollten wissen, wie es aussieht und was man so sehen kann. Nach der erfolgreichen Beobachtung war der sichtbare Teil dann gegen 6:30 Uhr leider schon vorbei und die Sternenfreunde diskutierten aufgeregt die erlebten Eindrücke der vergangenen Nacht bei einem gemütlichen Frühstück.

In der ersten Auswertung der angefertigten Fotos kann man nun verschiedene Dinge herausarbeiten, so wie z.B. die Bahn des Mondes durch den Erdschatten, indem man diesen aus den Bildern errechnen und darstellen kann. Auch die Größe der Erde und der Abstand des Mondes kann daraus abgeleitet werden, so wie es die alten Griechen einst vormachten. Mehr Bilder in der Galerie unter www.Sternenfreunde-Riesa.de

Die Volkssternwarte Riesa hat die Helligkeitsänderung zur MoFi gemessen

Während der gesamten Finsternis nahm der Leiter der Volkssternwarte Riesa permanente Messungen der Himmelshelligkeit am Standort vor. Dazu kam ein sog. "Sky Quality Meter - SQM" zum Einsatz, welches sonst zur Bestimmung von Lichtverschmutzung weltweit zum Einsatz kommt. Hierbei misst ein Sensor, wie dunkel der Himmel ist und liefert dafür eine Zahl, welche gemessen an Standards die Dunkelheit am Himmel mit steigendem Wert definiert. Bei einer Mondfinsternis wird der sonst helle Vollmond in seiner Helligkeit beeinflusst und dadurch verliert das von ihm ausgehende Streulicht an Einfluss am Sternenhimmel. Somit ist es während der Totalität auch möglich lichtschwache Sterne und sogar die Milchstraße zu beobachten, was sonst in Vollmondnächten nahezu unmöglich ist. Die Messwerte bestätigen diese Beobachtung, denn mit zunehmender Verfinsterung steigt der Messwert, was für eine Steigerung der Himmelsqualität spricht. Während der Totalität wurde erwartungsgemäß der beste Wert mit 20,64 erreicht und zusammen mit den Gästen konnte die herrliche Milchstraße zwischen den Sternbildern Orion und Perseus beobachtet werden. Bei idealen Bedingungen ohne Mond erreicht die Volkssternwarte Riesa an diesem Standort einen Messwert von 20,80. Damit kann man auch von einer starken Verfinsterung sprechen, wenn nahezu der Optimalwert am Beobachterort erreicht wurde. In der Bildmontage sind die jeweiligen Finsternisphasen mit den simultanen SQM - Messwerten dargestellt. Nach der Totalität kam langsam die Dämmerung im Osthimmel zur Geltung, so dass die Messung nicht weiter fortgeführt wurde.

Interessante Beobachtungen zur Totalität der Mondfinsternis

Eine weitere spannende Beobachtung war die "Wanderung" der Aufhellung während der Totalität am südlichen Mondrand. Der Kernschatten der Erde ist keine homogene Dunkelzone, sondern zeigt vom Rand zur Mitte hin eine steigende Verfinsterung. Somit sind die Regionen des Mondes, welche sich nahe der Schattenkegelmitte aufhalten stärker verdunkelt, als die im äußeren Schattenbereich. Während der Mond nun in der Totalen Verfinsterung seinen Weg durch den Kernschatten vollzieht, kann man beobachten, wie sich die Beleuchtung auf der Mondoberfläche verändert. So ist in der Mitte der Finsternis die stärkste Verdunkelung aller Mondbereiche zu erwarten, weil hier jeder Punkt auf dem Mond dem Kernschattenzentrum am nächsten steht. Während der Mond vom 28.09.2015 mit Beginn der Totalität mit seinem Ostrand im hellen Bereich des Schattens stand, befand sich die Aufhellung zur maximalen Verfinsterung am Südpol des Mondes. Zum Ende der Totalität war es genau umgedreht und der Westrand leuchtete hell, während der Ostrand noch in starker Finsternis stand. Eine interessante Beobachtung, welche man immer sehen kann. Das Foto zeigt den Gesamtverlauf in 4 Zeitpunkten der Totalität.

Gäste und Mitglieder der Volkssternwarte zeigen ihre Bilder der MoFi

Mittlerweile erreichen uns auch einige Bilder von Gästen der Beobachtung und es sind tolle Aufnahmen dabei, welche wir auch in einer Bildergalerie unter www.Sternenfreunde-Riesa.de einstellen werden. Der Riesaer Abiturient Martin Kühn machte tolle Aufnahmen und war begeistert von seiner 1. Totalen Mondfinsternis an der Volkssternwarte.
Vereinsmitglied Christian Bartzsch fertigte eine Aufnahme vom Gesamtverlauf der Finsternis an, in welcher man eine Art Strichspur der Mondbewegung während der Mondfinsternis erkennen kann. Auch die Sterne sind als Striche dargestellt und diese kennzeichnen die jeweilige Bewegung des Objektes am Himmel, während sich die Erde dreht. Eine der einfachsten Formen der Sternenfotografie.

Vereinsmitglied Sabrina Hofmann machte eine Aufnahme mit einem kleineren Teleobjektiv, in welchem man unmittelbar um den Mond sehr viele detaillierte Sterne erkennen kann. Dies erfordert eine längere Belichtungszeit, sowie eine präzise Nachführung am Himmel, um zu verhindern, dass Strichspuren entstehen. Tolles Bild und genau der Eindruck, welchen man in starken Binokularen hatte.

© Sternwarte Riesa / Schwager
Letzte Aktualisierung: 22.03.2017 , Kontakt/Impressum, Site Log, Login