Termine im Sommer 2014 und das Sächsisches Teleskoptreffen
Aktuelle Info vom 22. Juli 2014


Liebe Sternenfreunde,

heute ist ein astronomisch sehr berühmter Tag, welchen ich nicht ganz unerwähnt lassen möchte.

Zuerst jedoch ein kleiner Ausblick auf Ferien-, Beobachtungs- und Aktionstermine im Sommer

Datum Veranstaltung
25. – 27. Juli 9. STT – Sächsisches Teleskoptreffen in der Jugendherberge Strehla
31. Juli 12 – 15 Uhr Freizeitinsel zur Sonnenbeobachtung bei „Insel City“
01. August ab 17 Uhr „Sonnenbeobachtung bei der Teigwaren Riesa GmbH“
06. August 17 – 18 Uhr „Sommeruniversität der Kinderuni“ bei FREYLER
07. August 12 – 15 Uhr Freizeitinsel Sonnenbeobachtung bei „Insel City“
08. August ab 15 Uhr Ferienspaß in der NEUEN karibischen Bar „BarBados“ Nünchritz
-> Sonnenbeobachtung, Kinderschminken, Kinderplanetenweg, Teleskope basteln und Mondbeobachtung, uvm.
-> (Studenten der Kinderuniversität bekommen abends 1 Portion Nudeln mit kleinem Getränk frei)
12. – 17. August tägl. ab 22 Uhr „15. Riesaer Sternschnuppennächte“ auf dem Flugplatz Canitz
-> Chance auf einen Blick zum neuen Kometen „Jaques“ am Morgenhimmel
15. August ab 18 Uhr „LIVE Musik unter den Sternen“ mit einer Band aus Riesa

Zum Teleskoptreffen am Wochenende ist neben dem „Größten mobilen Spiegelteleskop Sachsens“ mit 50cm Durchmesser auch ein weiteres Riesenteleskop vor Ort. Ein privates 30″ Instrument aus Schleswig Holstein wird wieder zu Gast sein und jeder Gast darf mit diesem 75cm Großen Spiegel beobachten. Wahrhaft Riesige Eindrücke!

Ein spannender Sommer mit vielen tollen Aktion für die ganze Familie. Die Sternenfreunde Riesa kann man nicht immer sehen, aber sie sind immer da.

Was macht den 22. Juli denn so besonders? 1. Fall: 22.07.2009

Heute vor 5 Jahren fand die längste totale Sonnenfinsternis des 21.Jahrhunderts über dem asiatischen Raum statt. Bei gutem Wetter konnte man für 6 Minuten und 30 Sekunden eine „Schwarze Sonne“ sehen, einem der seltensten Naturschauspiele im gesamten Sonnensystem. NUR von der Erde aus schafft es ein Himmelskörper die Sonne exakt zu bedecken, so dass man die Korona und diese Totalität sehen kann. Da der Mond 400x kleiner ist als die Sonne und diese aber auch 400x weiter weg ist, als der Mond, sind beide am Himmel gleichgroß und können eine solche Sonnenfinsternis hervorbringen. Während einer solchen Finsternis wirft der Mond einen Schatten auf die Erdoberfläche und wenn man diese Finsternis sehen möchte, muss man sich genau in dem Erteil aufhalten, auf den dieser Schatten fällt. Wer also die längste totale Sonnenfinsternis von 2009 miterleben wollte, musste nach Asien reisen, so wie es auch Sternwartenmitglieder aus Riesa getan haben. Entgegen vieler Gerüchte, sind solche Reisen immer private Urlaubsreisen und werden durch die jeweiligen Teilnehmer finanziert. Gern werden Sponsoren für diese Exkursionen gesucht, aber letztlich ist es die Faszination und Begeisterung der Teilnehmer, welche jahrelang das Geld dafür beiseitelegen. Manche Menschen reisen zur Fußball WM um den halben Globus, um dabei zu sein und wiederum andere, wie Astronomen reisen zu Finsternissen, Raketenstarts und Polarlichtern um die Welt. JEDER Mensch reist irgendwann einmal zu seinen Traumzielen, denn Dinge, die nur außerhalb von Deutschland zu erleben sind, muss man eben einplanen.

Am 22. Juli 2009 standen also zwei Riesaer zusammen mit Tausenden SoFi – Touristen aus aller Welt in Wuzhen, 200km nahe der chinesischen Megastadt Shanghai, und wurden Zeuge dieser längsten Finsternis mit sagenhaften 390 Sekunden Dunkelheit mitten am Tage. Auch wenn das Wetter mehr schlecht als Recht war, so konnten alle einen Blick auf die Finsternis werfen und wurden von einer fantastischen Korona für die lange und aufwändige Reise entschädigt. Die nächste totale Sonnenfinsternis für Deutschland findet im Jahre 2081 statt, so dass jeder in andere Erdteile reisen muss, wenn man das einmal mit eigenen Augen sehen möchte. Die nächste partielle, also teilweise Sonnenfinsternis wird es aber schon am Vormittag des 20. März 2015 geben und hier werden die Sternenfreunde Riesa, sowie wahrscheinlich alle Sternwarten Deutschlands geöffnet haben.

2. Fall: 22. Juli 1994 Kometencrash auf dem Giganten Jupiter

Doch ein paar Jahre weiter zurück fand ebenfalls am 22. Juli 1994 eine Sensation statt, denn Fragmente des Kometen „Shoemaker-Levy 9“ stürzten auf den Gasriesen Jupiter und boten eine nie dagewesene galaktische Show. Damals wurde den Menschen erst richtig bewusst, wie gefährlich es im Weltall sein kann und seither wurde z.B. über das „Spacewatch“ Programm gezielt begonnen, nach Asteroiden und Kometen in Erdnähe zu suchen, welche eine potentielle Gefahr darstellen könnten. Die Einschläge der 21 großen Fragmente, besonders des Riesenfragmentes „G“ erzeugten gigantische Feuerbälle von bis zu 4-facher Erdgröße und die „Einschlagstellen“ in der Jupiteratmosphäre konnten noch 12 Monate später nachgewiesen werden. Auch in Riesa waren damals die Teleskope auf Jupiter gerichtet und die Sternwarte Riesa zeigte den Gästen damals die schwarzen Stellen zwischen den Jupiterwolken im alten ZEISS – Teleskop. Noch heute sprechen wir mit unseren Gästen über dieses Jahrtausendereignis und bis heute ist ein Einschlag dieser Kategorie einmalig für die Menschheitsgeschichte.

3. Fall: 22. Juli 1969 Apollo 11 kehrt zur Erde zurück

Während sich die Sternwarte in Riesa nach erfolgreicher Baugenehmigung vom 18.Juni 1969 gerade noch im Aufbau befand begann in diesen Stunden des 22. Juli die Rückkehr der Apollo 11 Astronauten von der 1.erfolgreichen Mondlandemission. Nach knapp 59 Stunden im Erdorbit und 21,5 Stunden Aufenthalt auf der Mondoberfläche trat die Apollo 11 Crew ihren 60 Stündigen Rückflug zur Erde an. Erst im März 2014 trafen 2 Vorstände der Sternwarte Riesa Buzz Aldrin, dem Piloten der Apollo 11 Mission in London. Auch hier eine Reise zu einem historischen Treffen mit einer lebenden Legende, welche den beiden engagierten Sternwartenleitern von Freuden und Familien überraschend zum Geburtstag geschenkt worden.

4. Fall: 22. Juli 2011 – Der 1. Tag auf der Welt ohne die bemannten Space Shuttles

Außerdem wurde am 22. Juli 2011 Geschichte der Raumfahrt geschrieben, denn dies war der 1.Tag, an welchem es offiziell kein Space Shuttle mehr für die bemannte Raumfahrt gab. Leider kein erfreulicher Tag der bemannten Raumfahrt, dennoch eine Zäsur in der 50-jährigen Raumfahrtgeschichte seit Gagarins Flug 1961. Am Tag zuvor,dem 21. Juli 2011 landete die Atlantis im Rahmen der STS135 Mission in Florida und beendete die Ära der Shuttles nach über 30 erfolgreichen Jahren. Auch bei dieser Landung am frühen Morgen waren 2 Riesaer vor Ort und wollten Zeitzeuge dieses Ereignisses sein. Mit einem gewaltigen „Double Sonic Boom“, einem doppelten Überschallknall, kündigte sich die Raumfähre in der Dunkelheit an und landete 4 Minuten später sicher auf der Landebahn. Nach einem überwältigenden Start der Atlantis am 8.Juli und einer erfolgreichen Mission kehrte die Atlantis nach 14 Tagen Schwerelosigkeit wieder zur Erde zurück. jetzt steht sie im Kennedy Space Center in einer neuen Ausstellung und kann von den Gästen bewundert werden.
Viermal der 22. Juli der letzten 45 Jahre und immer gab es etwas astronomisches oder etwas astronautisches zu erleben, wo auch die Riesaer Sternwarte einen Bezug aufbauen konnte. Wer mehr dazu wissen möchte, sollte das STT am Wochenende besuchen, denn dort werden alle Exkursionsteilnehmer anwesend sein und immer aus 1.Hand berichten können, wie diese Ereignisse erlebt wurden. Auch Vorträge zu diesen Themen wird es geben.

© Sternwarte Riesa



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